Missbrauchs-Leitlinien sind deutlich besser. BDKJ begrüßt Richtlinien und mahnt: „Jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen“

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sieht in den Veränderungen der Leitlinien der katholischen Kirche zum Umgang mit sexuellem Missbrauch eine nötige Verschärfung. „Die Veränderungen bieten einen besseren Schutz für junge Menschen und stellen die Perspektive der Opfer in den Vordergrund“, lobt BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler die heute vorgestellten Leitlinien. „Wir dürfen aber jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. Die Bischöfe müssen alles für ein konsequentes Anwenden der Richtlinien tun, eine lückenlose Aufklärung sicherstellen und sich einem offenen und angstfreien Dialog über die Zukunft der Kirche stellen“, mahnt Tänzler.

Vor allem die Regelung der Anzeigenpflicht betrachten die katholischen Jugendverbände als gelungen, weil sie die Interessen der Opfer angemessen berücksichtige. Die Neuregelung der Beauftragten und Beraterstäbe in den Bistümern sei grundsätzlich ein Fortschritt, die Stäbe müssten aber geschlechtergerecht besetzt werden. Das jetzt vorgeschriebene Einholen von erweiterten Führungszeugnissen für Priester, Haupt- und Nebenberufliche in der Kinder- und Jugendarbeit entspreche den Gesetzen. Dass die DBK keine Führungszeugnisse für Ehrenamtliche fordert, lobt der BDKJ ausdrücklich. Dass festgeschrieben wurde, dass Täter nicht mehr in Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden sollen, sei eine Selbstverständlichkeit.

Dialog in der Krise

Der BDKJ befürwortet das für die nächste Vollversammlung angekündigte Präventions-Konzept und begrüßt, dass bei der Überarbeitung der Richtlinien Expertinnen und Experten außer- und innerhalb der Kirche einbezogen wurden. Jetzt will der Dachverband die Leitlinien – wie darin vorgeschlagen – mit seinen vorhandenen Richtlinien abgleichen. Dass die Vorschriften nach drei Jahren erneut geprüft werden sollen, findet Tänzler „ein gutes Zeichen für die Ernsthaftigkeit, mit der sich die deutschen Bischöfe dem Missbrauch stellen.“ Kirche zeige damit, dass sie handlungs- und entwicklungsfähig sei.

Sie befinde sich aber nach wie vor in einer Krise und habe gerade bei jungen Menschen Vertrauen verloren. Auch deshalb müsse Kirche ihren Umgang mit Sexualität und mit Macht überdenken und sich einem offenen Dialog stellen. Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

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Armut hat ein junges Gesicht – #BDKJ Sommer-Journal erschienen.

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Sternsinger sammeln über 40 Millionen Euro

Sternsinger

Die Aktion Dreikönigssingen unterstützt weltweit 2.383 Projekte

Aachen/Düsseldorf. Damit haben die Sternsinger alle überrascht: In der 52. Aktion Dreikönigssingen haben die Mädchen und Jungen mit 40,6 Millionen Euro das zweithöchste Ergebnis in der Geschichte der Aktion gesammelt. Ein höheres Ergebnis gab es nur im Jahr 2004 vor dem Hintergrund des Tsunamis in den Ländern Südostasiens. Bei der 51. Aktion Dreikönigssingen sammelten die Sternsinger in ganz Deutschland rund 39,6 Millionen.

„Es ist unglaublich, was Kinder bewegen können! Die Sternsinger haben, gerade in dem letzten kalten Winter, gezeigt wie stark sie gemeinsam sind“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Der Bundespräses des BDKJ, Pfarrer Simon Rapp, ergänzt: „Wir, vor allem aber unsere Projektpartner sind für den Einsatz der Mädchen und Jungen, der Betreuerinnen und Betreuer in den Gemeinden und Verbänden sehr dankbar.“ Beide unterstreichen, dass nicht zuletzt auch den Spenderinnen und Spendern, die trotz der Wirtschaftskrise den Einsatz der Sternsinger großartig unterstützt haben, besonders gedankt werden muss.

Insgesamt waren rund 500.000 Mädchen und Jungen in ganz Deutschland unterwegs, um für benachteiligte Kinder in aller Welt zu sammeln. Gruppen und Betreuer in 11.853 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten haben ab dem zweiten Weihnachtstag bis Mitte Januar an vielen Türen gesungen, gesammelt und den Segen gebracht. „Kinder finden neue Wege“, so hieß das Leitwort der 52. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür gezogen sind. Mit diesem Motto machten die Sternsinger deutlich, dass sich gerade Kinder in den so genannten Entwicklungsländern immer wieder neu auf den Weg machen müssen, um sich weiterzuentwickeln, für ihre Zukunft zu sorgen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

2.383 Projekte in 110 Ländern

Die Träger der Aktion Dreikönigssingen, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), freuen sich über das gute Resultat. Mit den 40,6 Millionen Euro können sie im kommenden Jahr erneut rund 2.400 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen. Im jetzt erscheinenden Rechenschaftsbericht zur Aktion Dreikönigssingen weist das Kindermissionswerk für das Jahr 2009 die Förderung von 2.383 Projekten in 110 Ländern aus. Dass Bildung weiterhin der Schlüssel für die Zukunft der Mädchen und Jungen in den ärmeren Ländern ist, zeigt sich auch bei der Mittelvergabe: 1.109 der geförderten Projekte haben den Schwerpunkt Bildung. Darüber hinaus wurden unter anderem 491 Projekte für soziale Integration und Rehabilitation, 331 Projekte für pastorale Aufgaben, 238 Gesundheitsprojekte, 184 Maßnahmen zur Ernährungssicherung, 25 Nothilfeprojekte und 5 sonstige Bereiche gefördert. Seit ihrem Start im Jahr 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt.