Langfristige Prävention statt überflüssiger Führungszeugnisse: #bdkj warnt vor Schnellschüssen

Ursula

Runder Tisch: BDKJ warnt vor Schnellschüssen und einem falschen Sicherheitsgefühl. Mittel in bewährte Präventionsprojekte investieren.

Berlin, 24. Mai. Angesichts der morgen erstmals tagenden Arbeitsgruppe „Prävention“ des Runden Tisches warnt der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) vor der Einführung verpflichtender Führungszeugnisse für Ehrenamtliche. „Wer Führungszeugnisse für Ehrenamtliche in der Jugendverbandsarbeit fordert, stellt Hunderttausende unter Generalverdacht und behindert zivilgesellschaftliche Gestaltungskraft“, so die BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling am Montag in Berlin. Angesichts der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle brauche es langfristige Stärkung von Präventionsarbeit statt voreiliger Vorschläge, die keinen wirksamen Schutz böten.

Polizeiliche Führungszeugnisse innerhalb der Jugendverbandsarbeit würden ein „falsches Gefühl der Sicherheit“ vermitteln, so Fehling. Während dieser Nachweis bei Hauptamtlichen bereits vorgeschrieben und sinnvoll sei, sei die Aussagekraft für junge Menschen mehr als zweifelhaft. Entweder seien Straftaten zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgetreten oder würden im Führungszeugnis aus rechtlichen Gründen nicht aufgeführt. Die überwiegende Mehrheit der Ehrenamtlichen in den Jugendverbänden sei zwischen 16 und 23 Jahre alt.

Dazu kommt: Bei schätzungsweise 130.000 Ehrenamtlichen die allein in den 17 Verbänden und Organisationen des BDKJ aktiv sind, würden die Kosten für die Ausstellung von Führungszeugnissen rund 1,69 Millionen Euro betragen. Und das nur im ersten Jahr. „Politik und Kirchen müssen gemeinsam mit uns Wege finden, diese Mittel in nachhaltige Präventionsprojekte zu investieren.“ Hier seien sie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen besser investiert, als in ein „nutzloses Stück Papier.“ Fehling: „Die katholischen Jugendverbände sind bereit, ihre langjährige Erfahrung in der Präventionsarbeit in die Debatte einzubringen.“ 

Diese Position ist ein Ergebnis der BDKJ-Hauptversammlung. Den gesamten Beschluss „Prävention statt Führungszeugnisse“ gibt es unter www.bdkj.de. Hier gibt es auch einen Überblick über konkrete Präventionsprojekte im BDKJ. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern.

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