Öko-fairer Traumstoff oder Halsabschneider? Der #BDKJ-Report zum ÖKT-Schal #oekt2010

Zehntausende Gäste sind nach dem ÖKT versorgt mit dem orangefarbenen Schal – sie kauften ihn als Zeichen der Wiedererkennung, als Erinnerung oder einfach als Halswärmer bei diesem usseligen Wetter. Doch was trugen Sie da eigentlich um den Hals, um die Hüfte oder an den Rucksack geknotet? Das BDKJ-Webteam hat versucht, der Frage nach den Produktionsbedingungen des Schals einmal auf den Grund zu gehen.

Die Webseiten des ÖKT geben vor allem Auskunft über die letzten Produktionsschritte der Tücher. Hier erfährt man, dass die Schals in dem Integrationsbetrieb „NähWerk“ des „Weißen Raben – soziale Dienste und Betriebe“ genäht wurden. Hier arbeiten Frauen, die zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder aus gesundheitlichen Gründen keine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt finden. Sehr gut. (Stellt sich nur noch die Frage, warum in dem Artikel auf den ÖKT-Webseiten die Rede von grünen Schals ist…)

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Schauen wir uns das Teil doch einmal etwas genauer an. Zunächst fällt das s.Oliver-Logo auf. Die sind uns bisher nicht unbedingt als öko-faire Mode-Hersteller bekannt. Glaube versetzt jedoch bekanntermaßen Berge: „Die Firma in Bangladesch hat uns glaubhaft versichert, dass die dortige Herstellung auch nachhaltig gestaltet sind“, erklärt dazu Dorothee Autenrieth vom Fachausschuss Umwelt des ÖKT. Seit April 2009 wird jeweils ein T-Shirt von s.Oliver für Frauen, Männer und Kinder aus nachhaltig produzierter afrikanischer Baumwolle unter dem Siegel „Cotton made in Africa“ hergestellt und auf den Markt gebracht. Auch am Saum des ÖKT-Schals prangt dieses Siegel. Es steht für schrittweise Verbesserungen in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie hin zu einer rundum nachhaltigen Produktion. Bei der Herstellung gelten soziale Standards: Lieferanten sind vertraglich verpflichtet, Kinderarbeit, Diskriminierung und ethisch nicht vertretbare Arbeitsbedingungen auszuschließen. Mit regelmäßigen Kontrollen wird die Einhaltung der Standards überprüft und sichergestellt. Allerdings sind diese Standards verhältnismäßig niedrig. „Cotton made in Africa“ setzt zum Beispiel nicht auf ökologischen Anbau der Baumwolle, es schreibt keinen Verzicht auf Pestizide und Düngemittel fest. Mehr Infos dazu gibt es auf der Seite oeko-fair.de der Verbraucher Intiative e.V.

Fazit aus Sicht der BDKJ-Webredaktion: Das öko-faire Konzept für den ÖKT-Schal hat einige richtige und gute Ansätze, ist aber nicht zu Ende gedacht. Nach verbindlichen Öko-Standards für Baumwolle und Herstellung des Stoffs sucht man vergebens. Weitere Lücken finden sich in puncto überprüfbare Sozialstandards im Bereich der Stoffherstellung. Damit Ihr Hoffnung habt: Der 3. ÖKT kommt bestimmt!

T + F: Johanna Elsässer

taz-Artikel zu Kirchentagresolution zum Schal: http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-kirchentag/artikel/1/anruechiges-accessoire/

Anmerkung: Wir warten derzeit noch auf Rückmeldung von der Kirchentagsleitung. Wenn es Neues gibt, wird dieser Text hier aktualisiert.

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Ein Gedanke zu „Öko-fairer Traumstoff oder Halsabschneider? Der #BDKJ-Report zum ÖKT-Schal #oekt2010

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