Kinder und Jugendliche formulieren Wünsche an Kirche der Zukunft bei Workshop des BDKJ München und Freising #bdkj #oekt2010

In einem Workshop zum Thema „Update Kirche“ des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) in München und Freising haben evangelische und katholische Jugendliche ihre Wünsche an ihre Kirche der Zukunft formuliert. Ganz wichtig war den Jugendlichen dabei die Form der Gottesdienste, die jugendgemäßer gestaltet werden sollen. Das Thema Sexualität war den Jugendlichen ein weiteres großes Anliegen. Der BDKJ-Diözesanvorsitzende Alois Obermaier sagte es sei eindrucksvoll gewesen, zu sehen, dass die Wünsche evangelischer und katholischer Jugendlicher an ihre Kirchen sehr nah beieinander liegen. „Für mich ist das ein eindeutiges Hoffnungszeichen“.

Ähnlich dem Jugendforum im November 2009 auf dem Freisinger Domberg formulierten die Jugendlichen zunächst in Kleingruppen ihre Anliegen, die anschließend von allen Teilnehmern bewertet wurden. In großer Runde wurden die Themen dann beraten und weiter ausformuliert. Das mit Abstand am wichtigsten bewertete Thema war die Gestaltung der Gottesdienste. Diese sollten eine Erfahrung sein, bei dem Gott und die Mitfeiernden erlebbar werden. Die jungen Leute wünschten sich, mehr in das Geschehen des Gottesdienstes eingebunden zu werden. Außerdem sei der Einsatz junger Musik dringend angesagt. Auch die Predigten wurden zum Teil kritisiert, wobei man sich einig war, dass im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit jeder schon einmal einen wirklich mitreißenden Gottesdienst erlebt hat.

Beim Thema Sexualität wünschten sich die Jugendlichen mehr Offenheit der Kirchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich konfessionsübergreifend einig, dass darüber ein enttabuisierter Dialog geführt werden müsse. Dabei gehe es nicht darum, dass sich die Haltung der Kirchen grundlegend ändert. Allerdings müsse der Dialog hier angst- und vorurteilsfreier geführt werden.

Das Thema Gleichberechtigung von Männern und Frauen wurde am drittwichtigsten bewertet. Vor allem katholische Jugendliche wünschten sich mehr Mitsprache der Frauen – und wurden dabei besonders von den evangelischen Teilnehmerinnen unterstützt. „In unserer Kirche kann ich mit einer Pastorin ganz anders reden, als mit dem Pastor, deswegen ist es schon gut, dass es bei uns eine Frau und einen Mann gibt.“

Die Ergebnisse des Workshops auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag werden zusammen mit den Ergebnissen des Jugendforums in den Zukunftsprozess der Erzdiözese München und Freising eingebracht. Am 13./14. November 2010 findet die Jugendkorbinianswallfahrt 2010 statt, bei der auf Wunsch von Erzbischof Reinhard Marx die Umsetzung und Verwirklichung der Forderungen des Jugendforums des vergangenen Jahres überprüft werden sollen.

(Tobias Utters/BDKJ München und Freising)

Sag's weiter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.